Mittwoch, 17. Januar 2024

Transatlantik - Part 1

 Ab in die Karibik



Tag 1 - 28.12.2023

Zugeben, die Vorbereitungen, gerade was das Einkaufen betrifft, waren dann doch etwas mühsam, dennoch steige ich widererwarten gut ausgeschlafen, recht zeitig aus meiner Koje. 

Noch schnell Brot besorgen und ein paar Vitamintabletten und dann sollt es das gewesen sein denke ich mir. Die letzten Escudos noch in ein Frühstück investiert, bringt mich dann ein Videotelefonat mit der Heimat doch etwas ins Grübeln. Irgendetwas in mir möchte nicht so recht, dass ich losstarte, zu ungewiss ist das, was da kommen mag. Ich schiebe die Gedanken zur Seite und hilf noch Martin und Judith beim Ablegen aus der Box und dem Anlegen an der Tankstelle. 

Dann geht alles ganz schnell. Ich verabschiede mich, spring auf mein Boot und starte den Motor. Dank meines Stegnachbarn Dominique bekomme ich auch noch Erinnerngsfotos. Keine fünf Minuten später fahre ich aus der Box, dreh noch eine Runde bei der Tanke vorbei und dann geht es raus. 

Keine Ahnung, was ich in dem Moment verspüre, auch noch nicht wirklich realisiert, dass dieser Törn doch recht lange dauern wird, vielleicht länger als drei Wochen, bei schwachen Bedingungen. 

Ich setze in der Düse zwischen Santo Antao und Sao Vicente die Genua. Dicht hinter mir die "Spindrift of Hamble" welche ebenso unter ausgebaumter Genua dahinrauscht. 

Es geht in die erste Nacht, recht unspektakulär gibt es Nudel mit Pesto rosso und plötzlich ist der Wind futsch. Jetzt bin ich in der Abdeckung von Santo Antao. Also nochmals den Diesel starten und 1,5h später pfeifen konstante 15-20kt NO. Leider ist mir etwas flau im Magen und die Schlafperformance war auch schon besser. Das liegt an der von Reflexionen und Überlagerungen gebeutelten See. 

"Spindrift of Hamble"

Tag 2 - 29.12.2023

Ziemlich erledigt krieche ich aus meiner Koje, um meinen morgendlichen Kaffee und die obligatorische Schüssel Müsli zu mir zu nehmen. Zudem habe ich 21 riesige Orangen an Bord. Das heißt, jeden Tag gibt es in der Früh frisch gepessten Orangensaft und, wenn keine mehr da sind, sollte ich in der Karibik sein. 

Den ganzen Tag fühle ich mich schlapp und verbringe 90% dösend im Cockpit. Konstante 4-5 WIndstärken lassen den Specht prächtig durch das Wasser pflügen. 

Toast zu Mittag, Tofugeschnetzeltes am Abend, ja es dreht sich der halbe Tag um das Essen und ein paar Funkgespräche mit der "Spindrift of Hamble" später neigt sich der Tag schon dem Ende. 

Gedanken zum Tag:  - Abhaken und weiter

                                      + stolz, dass ich trotz meines Magens gekocht habe. 

First sunrise

Ausgebaumte Genua

Wilson on Tour

Tag 3 -30.12.2023

"Ein Vormittag wie aus dem Bilderbuch" notiere ich im Logbuch. Feine 4 Beafort NO und eine sanfte Dünung lassen mich entspannt in den Tag starten. Zudem hat sich mein Magen beruhigt und nachdem ich wieder die paar Kamikaze Flieger, damit sind die fliegenden Fische gemeint, von Deck schmeiße gibts obendrein noch ein Kübeldusche. Etwas stutzig machen mich aber die spürbaren Vibrationen der Windsteueranlage bei schnellerer Fahrt, als ich dann doch das Vorsegel verkleinere, da Wind und Welle zugenommen habe. 

Ein weiteres Highlight besteht darin, dass ich meinen ersten Mahi Mahi (Goldmakrele) gefangen habe. Zugegeben, es gibt lustigere Dinge, als einen Fisch im schaukelnden Cockpit zu filetieren, aber ein Youtube Video und ein Messerschleifer von Judith tragen das ihre dazu bei, dass es diesmal besser klappt. Der Mahi Mahi ist für mich einer der besten Speißefische und so landen die ersten beiden Filetstücke in der Pfanne. Nach einem kleinen Filmabend und abschwächendem Wind und Welle gehts in die Koje. 

Erster Mahi Mahi (60cm)

Mahlzeit


Tag 4 - 31.12.2023

Ja es ist Silvester, doch davon merke ich hier nicht wirklich viel. Korrigiere den Kurs etwas nach Süden, damit ich besser vor den Wellen ablaufen kann. 

Um 1000 Uhr meldet sich Martin über UKW bei mir. Ich habe sie auf dem AIS verloren. Leider bemerke ich, dass das GPS Signal immer wieder gestört ist und ich meine Position somit nich senden kann. Sie sind 40sm von mir entfernt, weiter im Norden, defür etwas weiter im Westen. Wir wünschen uns noch einen Guten Rutsch und tauschen Wetterinfos aus. Wie vorhergesagt, wird der Wind am Nachmittag schwächer, was mich veranlasst das "Zirkuszelt" zu setzen. Das benötigt eine gefühlte Ewigkeit, doch dann fliegt es. Nach Durchsicht der Montageanleitung meines Windpiloten fällt mir auf, dass ich die Neigung des Pedelruders etwas verändern muss. Zweifach gesichert geht es mit einem Imbus bewaffnet auf die Badeplattform und 20min später ist das ganze Werk zu Ende. 

Ich hoffe damit werden die Vibrationen ein Ende haben. 

Den Abend vebringe ich damit, meinen engsten Freunden und Verwandten einen Guten Rutsch zu wünschen (mittels Inreach) und verschlafe auch noch prombt den Neujahrsbeginn. Naja soll schlimmeres geben. 

Stimmung Gut


Tag 5 - 1.1.2024

Der Tag begrüßt mich mit Sonne und 3 Windstärken aus ONO. Es is angerichtet für die Kübeldusche und wie es der Teufel so will hat Neptun nun den Eimer. Der löst sich nämlich vom Seil und weg ist er. Gott sei Dank gibt es einen zweite Eimer an Bord und so wird kurzerhand DIY eine neue Kübeldusche gezaubert. Leider lässt der Wind an dem Tag zu sehr nach und das Schlagen selbst des Leichtwindsegels wird einfach zu heftig. Also werfe ich für 3h den Jokl an, ehe sich wieder eine brauchbare Brise einstellt. 

Erstmals macht sich etwas Lustlosigkeit und Demotivation breit. 

Gedaken zum Tag: 

"Des is jo noch eeewig..."

"Gerade keine Lust...." 

Mit einem Espresso und ein wenig Gitarre Klimpern komme ich auf andere Gedanken und belohne mich danach noch mit einem weißen italienischen Speck. 

Abends gibts Rösti und der Wind wird auch konstanter. 

Kübeldusche
Vormittagsjause

Abendstimmung


Tag 6 - 2.1.202

Bei meiner routinemäßigen Kontrolle der Wanten/Stagen und den dazugehörigen Beshlägen fällt mir eine kleine Kerbe an einer Pressung auf. Dabei handelt es sich um die backbordseitige Oberwant. Kann mir keinen Reim draus machen, aber es beunruhigt mich, ist das Ding doch ziemlich wichtig, dass der Mast ordentlich steht. 

Da ich für etwaige gebrochene Verstagungen ein Stück dynema und Edelstahl Klemmen an Bord habe, ist die Stelle ziemlich rasch zuätzlich gesichert. Ich kontaktiere ein paar Segelfreunde via Inreach und wir kommen zu dem Entschluss, dass ich soweit nichts weiteres tun kann. Nachdem der Wind von hinten ins Segel drückt, ist die Last ohnehin nicht die höchste. 

Der restiche Tag verlauft wieder minutiös getaktet:

Hörbuch Vormittags

Rösti zu Mittag

Last one Laughing zur Siesta

1500 Kaffeezeit+Gitarre klimpern

1600 Gammeln

1700 Nudel Kochen

1830 Nudel mit Bolgnesesauce essen

Danach Reff1

2130 Gute Nacht

Gedanken zum Tag

- Hab mir die Atlantikwelle gleichmäßiger vorgestellt

-Strecke scheint noch endlos

+ Gitarrespielen hebt die Stimmung

+ Kann mich gut zum Kochen motivieren

+ Nächstes Zwischenziel -> "halftime show"

Morgenritual Orangensaft

Wichtig, dass dia Jause locht

Klimpern hilft um auf andere Gedanken zu kommen


Tag 7 - 3.1.2024

Habe wieder sehr gut geschlafen und fühle mich sehr erholt. Mir fällt auf, dass ich seit dem 3ten Tag nun kein Schiff mehr am AIS ausgemacht habe. "Kein Mensch do herausn"

Mich erreicht die tägliche Nachricht und sie haben sich bereits rund 90sm abgesetzt. 

1015: Entwarnung! Die Kerbe an der Pressung ist kein Riss, sondern einfach eine Riefe, welche anscheinend beim Pressvorgang entstanden ist. Alle anderen Pressungen weisen nach erneuter Durchsicht gleiche Kerben auf. Also wieder runter mit den Klammern und dem Dynema und ich kann aufatmen. 

Es wird wieder mal gekübelt und danach die obligsatorische Vormittagsjause einverleibt. 

Diesmal: Vollkornbrot mit Thunfischaufstrich und Paprika -> ein Gedicht. 

Zudem beende ich mein erstes Hörbuch "Zwetschkendatschikomplott"

Fortuna ist heute leider nicht auf meiner Seite. 3 Mahis gehn mir vom Haken. Dazu 4 "Fake Bisse" wo ich genau Seegras fische. 

Um 1917 rolle ich die Genua aufs erste Reff und um 2032 aufs 2te. Wind ist genug und leider entwickelt sich eine elendige Kreuzsee, was mich ziemlich um den Schlaf bringt, den Specht schmeißt es hin und her, ist quasi ein Spielball vom Ozean und ich wechsle etwas entnervt um 0330 Uhr auf den Boden und kann dort dann etwas Schlaf finden. 


Dinner with a view

Alles wieder auf Anang


Donnerstag, 28. Dezember 2023

Ab jetzt stur gen Westen

 Die letzten Tage waren geprägt von kleineren Vorbereitungen, Wartungen und Proviantieren. 
Heute am 28.12.2023 geht es los! Ich muss gestehen, meine Emotionen fahren Achterbahn. Ist es doch ein Meilenstein von dem ich lange geträumt und drauf hinggearbeitet habe. 
Rein seglerisch mache ich mir keine großen Gedanken. Mental dafür umso mehr. Wenn ich aber den vergangenen Törn auf die Kapverden Revue passieren lasse, so bin ich doch gut motiviert!

Wer mir folgen möchte, das Garmin Tracking ist ab der Abfahrt aktiv.

Ab jetzt geht es los! 

Montag, 25. Dezember 2023

Kapverden die Dritte - Mindelo


"Wer Mindelo nicht geshen hat, der hat die Kapverden nicht gesehen", so lautet ein Sprichwort, welches sich später dann doch als absolut zutreffend herausstellen wird. 


Also nachdem der Anker in der Bucht von Mindelo gefallen heißt es mal etwas ausrasten. Ich fühle mich schon den ganzen Tag eher madig und matt. Vieleicht brühte ich etwas aus, man weiß es nicht. Zum guten Schluss entscheide ich mich dann, trotz meines bescheidenen Zustandes, das Unterwasserschiff mal etwas aufzuhübschen. Also rein in den Neopren und mit Spachtel und Bürste bewaffen. An sich vom Bewuchs her recht ok, einzig eine tiefgrüne Algenkultur am Wasserpass erweist sich als hartnäckiger Gegner. Nach 30min beende ich das ganze Prozedere und widererwarten geht es mir nun körperlich deutlich besser. Da hat der Kopf wohl einmal eine Abkühlung gebraucht. ;)

Die Stunde darauf entscheide ich mich dann doch noch an diesem Tag in die Marina zu gehen. 

Einmal dort festgemacht und über die Stege gelatscht, zieht mich der Segelspirit voll in seinen Bann. Es herrscht überall gute Laune, die Leute sind super gesprächig un kommen aus allen Herren Ländern, vorwiegend jedoch Franzosen. Leider beschränken sich meine Sprachenntnisse dabei auf das Minimum, was gewisse Konversationen recht spannend werden lassen. Zentrum,in der von einem Deutschen gefühten Marina ist definitv die "Floating Bar". Der Treff für alle Yachties. Reichliche Auswahl an Getränken und eher "fastfood"-lastiges Essen (aber sehr gut) inkl. flottem WLAN lassen kaum Wünsche offen. 

Im Hintergrund die Floating  Bar

Der Kollege geht an der Leine

Aufgrund des Starkwindes rollt selbst hier eine Dünung in die Bucht, welche die Boote und Stege nur so tanzen lassen. Gott sei Dank habe ich mir noch in Gibraltar ein Paar Ruckdämpfer besorgt - Balsam für die Seele, wenn es um Material und Schlaf geht ;).

Nun zu Mindelo selbst:

Die Kulturhauptstadt der Kapverden und Iselhauptstadt von Sao Vicente ist bunt, quirrlig und versprüht einen ganz besonderen Charme. Aber auch hier möchte ich die ganze Sache etwas kritischer betrachten. Soll heißen, auch hier gibt es nicht viel Arbeit, die Löhne sind mit durchschnittlich 150€ sehr gering und daraus resultiert eine hohe Anzahl an Menschen, welche einen dauernd um Zigaretten, Geld oder Sonstiges anbetteln. Anfangs bin ich hier und da noch eingeknickt, aber durch Austausch mit den Locals weiß ich nun, dass man hier niemals Geld oder Zigarrettn gibt. Maximal etwas zu trinken oder zu essen. Die ganze Sache ist aber längst nicht so schlimm, wie sie sich anhört. Ein bestimmendes "No" und schon ist Schluss. Andererseits gibts auch wieder ziemlich coole Typen, wie zum Beispiel "mein" Rastaman. Keine Ahnung, wie der Typ heißt, aber ich nenn ihn immer Rastamann und er hat kein Problem damit. Er führt mich in der Stadt herum, zeigt mir, wo man günstig einkaufen kann und unterstützt auch mal gern beim Handeln, da auch am Gemüsemarkt versucht wird eine Touritaxe oben drauf zu legen. 

Stadtstrand "Praia da Laginha"

Markthalle

Regierungsgebäude - dezente Farbe ;)

Die Preise sind teils lächerlich günstig. So gönne ich mir am Marktplatz hier und da das Nationalgericht der Kapverden (Cachupa) inkl. einem kleinen Bier und zahle dafür gerade mal 350Escudos (rd. 3,5€).

Cachupa linguica

Ich bin im Nachhinein froh bereits große Mengen in Las Palmas gebukert zu haben, da die Versorgungslage hier eher mau ausfällt und zudem dann noch irrsinnig teuer ist. 

Gott sei Dank gibt mir Bruno, ein italienischer Abenteurer den Tipp, dass es hier auch einen Laden gibt, der als solcher kaum zu erkennen ist, aber original italienische Lebensmittel vertreibt. Halleluja und danke Bruno.

Die Tage vergehen wie im Flug. Endlich hatt sich der Sandsturm gelegt und nun kann ich Sao Vicente mal in voller, ungetrübter Pracht genießen. Also mal das Boot putzen und die Sachen auf Vordermann bringen. 

Am 23.12 steht dann ein Besuch der Nachbarinsel Santo Antao am Plan. Ein absolutes Muss, wie mir jeder mitteilte. Also mal rauf auf die Fähre, die vollgepackt mit Einheimischen ist, welche den Weihnachtsurlaub auf der Nachbarinsel verbringen. 

Windstärke 7 und eine freche Welle in der Düse, lassen einigen Passagieren im Kollektiv wieder deren Frühstück hockommen. 

Angekommen in Porto Novo scharen sich unzählige Taxler um mich, um mir eine Fahrt anzubieten. 

Dabei ist zu erwähnen, dass es feste Taxi- und Sammeltaxitarife gibt. So versuchen dir die Kollegen schon mal 50€ für die Fahrt anzubieten, im Endeffekt handle ich die ganze Sache auf 6€ runter. Das musste ich aber auch erst lernen. 

Kurzum die Insel ist ein absoluter Wahnsinn. Wilde Berghänge und Klippen steigen empor. Alles ist vulkanisch, der Süden trocken und der Nordwesten extrem fruchtbar. Dort wird er Großteil der Früchte und des Gemüses für die Kapverden angebaut. Einfach irre, welche Hänge da bebaut werden. Ich bedauere sofort, nur einen Tag auf der Insel zu sein. Wenn man gerne wandert, ist dieser Flecken Erde ein Paradies.

Abfahrt

Hafen - Porto Novo

Endlich Berge

Ponta do Sol


Ich schaue mir ein paar Küstenorte, sowie das malerische Dorf "Fontainhas" an, welches mich ein wenig an Machu Pichu erinnert. 

Weihnachtsmarkt in Ribiera Grande

Westküste

Einfache Siedlung

Fontainhas

Ein Traum






Die Hauptegenzeit ist hier im September und Oktober, dann erstrahlt die Insel in Grün und es gibt Wasserfälle wohin das Auge reicht. 

Leider heißt es um 1700 wieder Abschied nehmen und ab zurück nach Mindelo. 

AM 24.12 geht es mit Bootreinigung und Vorbereitungen weiter eher ich gegen Mittag mal ganz entspannt die Arbeit einstelle und genau nichts tue. 

"Probekochen"

Merry Xmas

Am Abend sitze ich gemeinsam mit Martin und Judith von der "Spindrift of Hamble" in der Floating Bar und wir fröhnen dem Weihnachtsmenü. 

Um 2200 geht es ab in die Koje und so neigt sich ein teifenentspannter Weihnachtsabend dem Ende zu. 

Nun heißt es aber vollen Fokus auf die Abreise. Das Boot ist soweit ready. Noch Proviant und Wasser, sowie etwas Routenplanung und dann soll es eigentlich losgehen. 

In meinem Kopf schwirren unterschiedliche Gedanken herum, von großer Vorfreude, bis mächtigem Respekt vor der bis dato längsten Etappe und meinem bis dahin größten Meilenstein. 

Stay tuned und Fotos vom Ort folgen noch! 


Freitag, 22. Dezember 2023

Kapverden die Zweite - Boavista



Es ist bereits Freitag der 15.12.2023 und um 0600UHR läutet mich der Wecker aus dem Schlaf. Nach klassischer Morgenroutine heißt um 0700UHR Anker auf und los geht es mit Kurs auf Boavista, genauer gesagt in die Bucht von Sal Rei. Die 35sm sollten bei diesen Verhlätnissen in gut 7h zu machen sein. Die Fahrt bei Halbwindkurs und teils 20kt Wind gestaltet sich als wunderbar und der Specht pflügt ab und an mit 7kt durchs Wasser. An der Hafeneinfahrt von Sal Rei angekommen, beruhigt sich auch die Welle und meine Schweizer Freunde funken mir, dass das Bojenfeld bereits besetzt sei. Also dann ab in Ankerfeld, welches zwar recht weit weg vom Schuss, dafür wunderschön ist. Es erwarten mich gut 20-25kt Wind, also mal 40m Kette auf 3m Wassertiefe ausgelegt. Sitzt, passt und hat garkeine Luft. Den restlichen Tag verbringe ich mit kurzen Powernaps überwiegend im Cockpit. Tags darauf geht es nun daran Sal Rei etwas zu erkunden. Es fällt gleich auf, dass hier alles auf den Tourismus basiert. Es werden viele Neubauten hochgezogen und der ganze Ort ist quasi eine Baustelle. Bunte Häuser gibt es natürlich auch wieder. Leider gestaltet sich die Preisentwicklung nicht wirklich nach meinen Wünschen. So drücke ich schon mal für eine mäßge Portion Pommes und ein kleines Bier satte 8€ ab. Naja, für das, was einem geboten wird, ist das dann doch happig.


Sal Rei





 Womit Boavista aber mächtig punktet ist mit den ewig langen weißen Sandstränden. Wirklich traumhaft, aber bei dem "Bauboom" wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, wie lange das alles noch so ursprünglich aussieht. Je weiter man in das innere der Stadt Sal Rei kommt, desto trister wird das Stadtbild. Aber und jetzt kommt es, ich habe die Möglichkeit direkt vor der Kitestation von Kitekriol zu ankern. Ein wahrer Segen für mich. Also das Dinghy vollgepackt mit dem Kitestuff und ab an den Strand. Schaut doch ziemlich komisch aus, mit der ganzen Ausrüstung in meinem vergleichsweise kleinen "Radierummi", aber funktionieren tut es allemal. Ich gönne mit zudem eine Nacht das Zeugs an der Station zu lassen. Es vergehen herrliche zwei Tage mit sehr netten Bekanntschaften und einer tiefenentspannten Atmosphäre an der Kitestation. Bei recht böigem Offshore Wind komme ich in den Genuss von einigen Stunden in komplett flachem Wasser zu kiten, was für ein Genuss. Pünktlich zum Sundowner ab ins "Wassertaxi" und ab "nach Hause".

Der Saharastaub nach wie vor extrem

Sundwoner - Sal Rei

Ankerplatz 

Herrliche Sanstrände

 Fazit: Die Strände und das Glasklare Wasser sind ein absoluter Hit. Der Ort selbst hat für mich etwas weniger Charme und ist, wie geagt, für das was er zu bieten hat, zu hochpreisig. Das mag auch daran liegen, dass ein großer deutscher Reiseveranstalter unweit von Sal Rei ein Resort mit 6000 Betten hat. Eine Meldung erreicht mich dann doch und lässt ich wieder drüber nachdenken, dass ich nun nichtmehr im "wohlhabenden" Europa unterwegs bin. Martin teilt mir mit, dass ihm und einem Nachbarboot jeweils die Beiboote geklaut wurde. Einfach mal abgeschnitten in der Nacht und das auf einem Bojenfeld. Leider! Die ganze Geschichte geht zumindest dahingehend glimpflich aus, als das die beiden mit einem lokalen Fischer ihre motorlosen Wassertaxis auf der gegenüberliegenden Insel wieder finden.


Kitestation "Kitekriol"




 Aufgrund des anstehenden Starkwindes entscheide ich mich, gemeinsam mit meinen Schweizer Freunden Boavista am Montag den 18.12.23 zu verlassen um direkt nach Mindelo auf Sao Vicente aufzubrechen. Die Topografie der Insel Sao Nicolao und die die Ratschläge der Locals verhinden leider eine Ankernacht und somit gehts die 145sm direkt nach Mindelo. Ich selbst wähle entgegen Martin die Route nördlich der Inseln, also im Luv, aber auch mit Legerwallgefahr. Warum ich mich so entscheide.... Naja, weil ich in der Nacht gerne beständige Winde hätte, auch wenn diese bedeutet etwas mehr Strecke und Welle in Kauf zu nehmen. Ich spule dann mal in den ersten 7 Stunden 45sm über Grund herunter. Halbwind mit bis zu 25kt lassen den Specht nur so tanzen. Leider bin ich an diesem Tag eher träge drauf und verspüre dauernd eine leichte Übelkeit. Ich denke mir dann einfach: "OK es sind maximal 30 Stunden, das geht vorbei" Somit liege ich wiedereinmal zu 95% im Cockpit, während die Windsteueranlage teils ihre liebe Not hat. Die Welle in den ersten 12h entpuppt sich als Katastrophe. "Augen zu und durch Woody!" Genau nach diesem Motto döse ich die 26h vor mich hin und bin dann froh, auf Sao Vicente angekommen zu sein. Da Anfahrt auf die Insel ist wirklich mystisch. Sichtweite unter einer halben Meile, Starkwind, und hohen Wellen in der Düse zwischen Santo Antao und Sao Vicente. Um 0930Uhr fällt dann der Anker. stay tuned for more! Cheers

Bescheidener Schlaf

Bescheidene Sicht

Anfahrt Sao Vicente


Blinder Passagier








Tuamotus - Part 1

"Kon Tiki -  Anchorage" - Raroia Die Tuamotus sind für mich der Traum der Südsee, flache Korallenatolle mitten im Südpazifik. Dazu...