Donnerstag, 5. Dezember 2024

1, 2, 3, .... ein holpriger Start - Cartagena Teil 2




Nachdem der Einstand mit den Feierlichkeiten sehr aufregend war, gilt nun der Fokus wieder den Bootsprojekten und der Proviantierung.


Projekt Ankerwinde:

Nach wie vor habe ich meinen kompletten Ankerwindensatz in einer Box und nun gilt es die Teile wieder zusammenzusetzen. Ein Metallbauer muss her. Nach dem Abklappern diverser Schiffsaustatter bekomme ich den Tipp die "Ferreteria Ignacio Sierra" auzusuchen. Also den verbogenen Schaft, sowie den Motor in den Rucksack und mit einem Motorrad ab ins Industrieviertel. Es dauert dort keine 30min und meine Teile sind wieder hergerichtet. Ein hochprofessioneller Betrieb.  Beim Retourspazieren mache ich auch noch eine Elektrowerkstatt aus und beschließe dort meinen Motor auch noch abzugeben. An sich weiß ich wie man den wieder zusammensetzt, aber ich habe keine Lust, bei einer etwaigen Fehlfunktion wieder durch die halbe Stadt zu müssen. 

Die Wartezeit von 4h vertreibe ich mir mit einem gemütlichen Mittagessen und einem ausgedehnten Spaziergang. 

Klassisches Mittagessen für 3.5€ 


Am späten Nachmittag geht es per Moto wieder retour und Tags darauf folgt der Einbau der Teile. Eine Neue Dichtung wird angefertigt und nach doch einigen Stunden ist "dat Dingen" wieder drin und alles Funktioniert. 



Neue Dichtung

Saustall

Sitzt, passt, wackelt und hat Luft

Ab jetzt auch Regenwasser sammeln


Proviantierung: 

Ich möchte Cartagena vorallem dafür nutzen, um möglichst viel in meinem Boot zu stauen. Die Auswahl der Lebensmittel ist riesig und die Preise im Vergleich zu Panama günstig. Also mal diverse Supermärkte abklappern und die besten Deals herausfiltern. Das Ganze nimmt doch einige Zeit in Anspruch, zumal dann auch alles per Dinghy zum Boot gekarrt werden muss. 

Eine von mehreren Ladungen


Starlink: 

Woodpecker 2 bekommt jetzt Satelliteninternet. Die Vorgängermodelle an Starlinkantennen, zogen einfach viel zu viel Energie, was den Einsatz für mein Boot und meinem Energiemanagement unbrauchbar machte. Elon Musks Internet Unternehmen Starlink veröffentlichte in diesem Sommer den sog. Starlink Mini. Dieser ist kleiner, handlicher und braucht weniger als die Hälfte an elektrische Energie. Zudem ist die Anlage mit rund 170€ hier in Kolumbien extrem günstig, sodass ich es mir nichtmehr nehmen lasse, mir solch einen Starlink zu schnappen. 

Tada.... Breitband nun auch Offshore

Die Ausklarierungsprozedur: 

Wie ich bereits erwähnt habe, ist es üblich die Formalitäten bzgl. Ein- und Ausreise via Agenten zu erledigen. 

Da sich eine brauchbares Wetterfenster für die Fahrt nach Panama auftut, beschließe ich am am Freitag den 22.11. auszuchecken. Bei der Abgabe meines Passes an meine Agentin kommt dann plötzlich die Meldung, dass der Zoll mein Boot inspizieren muss. Dies geht wohlgemerkt nur in einer Marina. Selbiges Schicksal ereilt auch drei andere Boot. Es sei jedoch gesagt, dass dies im letzten Jahr nie vorgekommen ist, also riecht das Ganze nach Anzipf und der Möglichkeit etwas Geld damit zu verdienen.

Das wird mir vorallem bewusst, dass ich 100USD zahlen kann und mir die Inspektion erspare. 

Den Gefallen tue ich ihnen sicher nicht und bekomme Gott sei Dank im Club Nautico einen Liegeplatz. Am nächsten Morgen kommt mit südamerikanischer Verspätung der Zollbbeamte, stellt ein paar ziemlich wirre Fragen und besteht partout auf die Klarierung des Beibootes. Noch nie musste man irgendwo ein Beiboot klarieren, den Motor ja, aber das Schlauchboot selber, nein. Das gleiche Spiel wird mit den anderen Crews gespielt. Alle sind ziemlich entnervt, dennoch lassen wir uns nicht davon abhalten auf unser Recht zu beharren und nach 2h, wo wir nichts von ihm hören, bekommen wir plötzlich sang und klanglos unsere Papiere. Verrückte Welt. 

2,5 Wochen Cartagena "Dreckwasser"


Abfahrt die Erste:

Nachdem ich aus der Marina gefahren bin, Ankere ich nochmals um ein paar Vorbereitungen zu treffen. Ich lichte den Anker, verabschiede mich bei anderen Yachties und los geht die Reise. Die ganze Aktion dauert in etwas 30min. Denn schon kurz nach der Abfahrt bemerke ich, dass aus dem Auspuff relativ viel Wasserdampf austritt. So geht das nicht, denke ich mir und muss mich damit begnügen, heute wohl nichtmehr wegzukommen. Zurück am Ankerplatz beschließe ich dann ein lange vor mir hergeschobenes Projekt in Angriff zu nehemen, den Tausch meines Abgaskrümmers. 

Der Motor dreht auch nichtmehr wirklich hoch, was u.a. darauf zurückzuführen ist, dass der Gegendruck zu hoch und der Motor nicht richtig Arbeiten kann. Die größere Gefahr besteht jedoch darin, dass Wasser in den Zylinder zurückgelangt und nach einer denzenten Komperssion der Motor aufgrund eines verbogenem Pleuels steht. 

Es is sind zwar nur 4 Bolzen, die gelöst werden müssen. Einer davon ist aber derart schwer zugänglich, dass sich die Demontage nur unter Zuhilfenahme Mac Gyver artigen Werzeugbasteleien Bewerkstelligen lässt. Am Abend sitzt dann Gott sei Dank der  Krümmer wo er hingehört und Ich falle in die Koje. 

Krümmer nahezu geschlossen

Gott sei dank kein Wasser im Öl

Neuer Niro Krümmer

Nach Stunden sitzt der Kamerad


Abfahrt die Zweite:

Am Freitag den 22. November beschließe ich nach einer Testfahrt dan am Nachmitt um 1400 wieder Anker auf zu gehen. Der Motor dreht wieder hoch und das Heißwerden hält sich in Grenzen. Ich beschließe zu Haupteinfahrt zu motoren, doch als sich mir 15kt Gegenwind und Gegenstrom entgegenstellen muss ich den Motor ein wenig aus der Komfortzone holen. Leider oder im Nachhinein Gsd mit der Erkenntnis, dass der Kollege wieder Dampft. Weißer Rauch steigt auf und das ganz ohne Papstwahl. Geknickt kehre ich der offenen See den Rücken und habe zumindest einen schönen Schlag unter Segeln retour. 


Nun bin ich doch schon ziemlich geknickt und ratlos. Zu sehr regt es mich auf, dass ich glaube, den Grund dafür zu kennen, die Ursache aber nicht zu finden. Also mal wieder schlafen gehen und am nächsten Morgen mit neuem Elan ans Werk. 


Es dauert einen ganzen Tag, bis ich den Motor so hinbringe, dass er vermeintlich besser läuft als zuvor. Das Hauptproblem war ein verstopftes Sperrventil. Dies konte ich nur unter Zuhilfenahme einer Luftpumpe reinigen. Nach dem Zusammenbau starte ich das Ding und plötzlich fängt der Motor an wie wild zu stottern. Es ist zum Verzweifeln. Ein Bier und ein wenig Techtalk am Nachbarboot später nehme ich mich auch diesem Problem an. Es "riecht" nach Luft im System denke ich mir. Etlüften bringt mal nichts. Bei Kontrolle des Dieselfilters stelle ich fest, dass dieser doch fester hätte sitzen können. Also mal etwas nachgedreht uuuuuuuund Heureka. Der Motor läuft. Endlich!!!! 

Pumpe angstöpselt

Kräftig pumpen.....

Endlich wieder volle Kühlleistung


Wieder komplett im Eimer falle ich in die Koje und beschließe am darauffolgenden Tag zu Isla de Rosario zu fahren, um mein Unterwasserschiff zu reinigen und einfach mal einen ruhigen Tag vor Anker zu geniesen. 



Abfahrt die Dritte: 

Am 26.11 dann gehe ich bereits gegen 0600 Anker auf und tuckere mit "top gewartetem" Motor in Richtung Rosario, etwa 20 Seemeilen entfernt. Endlich geht es weiter wiederfährt es mir. Im Nachgang bin ich auch etwas stolz auf meine Arbeit. Auch wenn man zwischendurch verzweifelt, gehört es zum Bootsleben dazu und zu Ende hin habe ich nun wieder vieles Über Motoren gelernt. Vor 2 Jahren hätte ich sicher nicht einfach an der Maschine rumgeschraubt. Aber man wächst ja bekanntlicht mit den Herausforderungen, speziell dann, wenn es keine echte Alternative gibt. 


Herrlich wie er blubbert


Peace Skippy

Samstag, 30. November 2024

Cartagena Teil 1 - Independence Day



Am 6.11. um 0300 ist Tagwache. Die rund 55sm nach Cartagena möchte ich noch bei Tageslicht bewältigt haben. Um 0400 heißt es dann Leinen  los und raus in die mondlose Dunkelheit. Die ersten 2h lauft noch der Diesel, ich frühstücke und genieße den Sonnenaufgang. So stellt sich auch noch ein entspannter Wind von 10-12kt aus Nord ein und beschert mir Dank neuem Unterwasserschiff, keiner Welle und keiner Strömung gut 5kt Fahrt. Der Küstenabschnitt an sich ist nicht wirklich spektakulär, dennoch tut es gut unter Segeln entspannt dahinzuziehen. 

900sm
 
 

Como nuevo


Unter vollen Segeln

Skyline Cartagena

Anfahrt Ankerplatz

"Big City Life"

Ankerbier


Gegen frühen Nachmittag tut sich bereits die Skyline von Cartagena auf. Beim späteren passieren dieser, komme ich aus dem Stauen nicht heraus, bin ich doch bis dato noch nie in so eine Großstadt gesegelt. Kurz vor dem Ankerplatz dann das Groß geborgen und schon fällt der "Gatschhakl" und hält Bombenfest. Es stehen die Feierlichkeiten zum "Independence Day" an und deshalb ist der vordere Teile des Hafenbeckens für Ankerlieger gesperrt worden. Warum, das weiß "Noch" keiner! Also mal ein Ankerbier und die Skyline genießen. 

Tags darauf, treffe ich mich mit meiner Agentin, löhne 320k Pesos, etwa 80$ und zahle beim Club Nautico eine Gebühr von 110k Pesos und kann dafür Wasser, Duschen und das Dinghydock nutzen. Später spaziere ich noch mit Gerry kurz in die Altstadt und bin ganz hin und weg.  Zudem werden wir Zeuge der alljärhlichen Parade zum Independence Day. Es ist quasi eine Art Karneval, bei dem zum Teil auch die Geschichte des Landes etwas hervorgehoben wird. Tausende Menschen tummeln sich an den Straßenrändern, sowie auf den extra dafür errichteten Tribünen. Ein weiterer Augenschmauß sind die "Schönheitsköniginnen" aus allen Teilen des Landes, welche sich auf den Wägen präsentieren. Es wird Espuma (Schaum) gesprüht, was das Zeug hergibt, die Musik ist ohrenbetäubend und die Stimmung ausgelassen. Unverhofft bin ich also Zeuge dieses Spektakels geworden. Ein Wahnsinn. 








Im Hafen selbst treffe ich Erwin von der 10in2, der seit 10Monaten hier ist und seine neue Crew an Bord begrütßt, um wieder Richtung Kap Verden zu segeln. Die Community hier ist sehr groß und es gibt Hilfen für fast jedes Problem.


Freitag 8.11.2023 - Bootsparty XXL

Ich habe mich bereits gewundert, warum die Riesen Bühne in Richtung Wasser zeigt, als ich tags zuvor daran vorbeispaziert bin. 

Jetzt ist es mir klar. Heute sollen dort um die 300 Boote vor Anker liegend einem Lineup von Stars fröhnen. Ich fahr also mit meinem Gummiboot mal rüber und traue meinen Augen nicht. Einfach der Wahnsinn. Ich bin eine kleine Attraktion und werde von vielen Schiffen bejubelt, bekomme Getränke und jede Menge lachende Menschen zu Gesicht. Heute hat Gerry auch Geburtstag und so fröhnen wir bei einigen Bieren und Aguardiente (lokaler Anislikör) dem Konzert. Ein paar zu viel im Nachhinein, denn plötzlich stehen wir beide in meinem Dinghy. Es dauert nicht lang, da verliert Gerry sein Gleichgewicht, kippt nach vorn und wir beide liegen im Wasser. Mein Beiboot wohlgemerkt ebenso kopfüber. Nach einigen Sekunden schaffe ich es wieder umzudrehen . Gott sei Dank Habe ich sowohl Benzin- als auch Lufthahn geschlossen und er startet nach 2 Zügen wieder, gefolgt von einigem an Dampf, da doch ertwas wasser den Weg in den Vergaser fand. Nun war wes also Zeit zu gehen. 




Luftaufnahme





Doch aus dem  Meer an Booten wieder rauszufinden gestaltet sich als hardcore. Dauernd tun sich Lücken auf, wo zuerst keine waren damit sie sich kurze Zeit später wieder schließen. Eine halbe Ewigkeit später bin ich wieder zurück am Specht und späle noch meinen gesamten Motor mit Süßwasser. 


Samstag: 9.11.2023

Eigentlich möchte ich nur einen Stadtspaziergang machen da befinde ich mich bereits in den nächsten Feierlichketien am Plaza de la Trinidad. 

Am "Plaza de la Trinidad"

So nun aber genug der Feste. Mein Erster Eindruck von Cartagena ist schlichtweg positiv. Eine wunderschöne Altstadt (Centro Historio) und das Bunte quirrlige Künstlerviertel (Gestemani) Haben es mir besonders angetan. 

Eingang zur Altstadt















Was mich bereits jetz schon nervt:

1) 100e Ausflugs- und Partyboote lassen einen manchmal kaum ein Auge zu tun und verursachen elendigen Schwell.

2) Das Wasser ist extrem schmutzig und verdient das Prädikat: "Baden auf eigene Gefahr"


Wie es weitergeht folgt im nächsten Beitrag


Sonntag, 17. November 2024

Back to water!



Die Tage vergehen und ich selbst sehne mich immer mehr danach, ins Wasser zu kommen, um endlich der ernormen Hitze, den Moskitos und dem Dreck am Trockendock zu entgehen. 

Die Farce mit dem Travellift gestaltet sich zunehmend als etwas zermürbend. Dennoch nutze ich die Zeit für  kleinere Arbeiten am Specht. Bei der Probe der Navigationsinstrumente bemerke ich, dass ich eine Windrichtung, aber keine Stärke ablesen kann. Der Fehler ist schnell gefunden. Eine korrodierte Steckverbindung ist die Ursache. Gott sei Dank habe ich einen Ersatzstecker dabei und nach kurzer Zeit funktioniert alles wieder. Da muss ich beim Abdichten des Steckers etwas geschlampt haben. 


Eine weiteres langersehntes Projekt lässt sich nur unter viel "Angstschweiß" bewerkstelligen. Danke auch an den Klaus von der Flugschule Skyvalley fürs Anfertigen meiner Mittelsektion der Frontscheibe.
In Zukunft soll diese abnehmbar sein, damit ich endlich "Luft" im Cockpit bekomme. 
Es fühlt sich nicht besonders toll an mit dem Multitool die Scheibe rauszuschneiden, aber im Endeffekt klappt alles und mir taugt es total.

Die Scheibe ist drausen



31.10.2024
Seit einer Woche warte ich nun und dann ist der Moment gekommen. Woodpecker kehrt in sein Element zurück. Zudem erstrahlt der Dampfer wieder im neuen Glanz, was mir ein besonderes Lächeln ins Gesicht zaubert. Nach einer Nacht im Kranbecken, geht es tags daruf, gleich in der Früh, zum Wasserliegeplatz. 
Aufgrund der angesagten stärkeren Südwestwinde vertaue ich mein Boot mit gesamt, 7 Leinen. Wie sich später herausstellen wird tue ich gut daran 




Zurück in seinem Element



So kommt es 2 Tage später zu Winden um die 30kt in Spitzen und es baut sich eine sehr unangenehme Welle auf. 

Ich fühle mich recht sicher, schaukle ich doch immer Recht sanft in meine Leinen ein. Einige Nachbarn haben da größere Probleme. Die Steganlagen sind zum Teile recht vernachlässigt worden und drohen stellenweise zu Bruch zu gehen, sodass sich eine handvoll Skipper dazu entscheiden drausen zu ankern. Mir gegenüber reißt sich gar ein Boot los und hängt nur noch an einer Mooring. Heftige Regenfälle und der steigende Meeresspiegel führen dazu, dass das Umland stark unter Wasser steht. Naja, ein Tag zum abhaken, die gröbsten Böjen abgesessen, beschließe ich den restlichen Nachmittag in der Bar zu verbringen. 

Projekt Ankwerwinde: 
Schon seit längerem möchte ich meine Ankerwinsch servicieren. 
Die Winde selbst arbeitet ganz gut, ist jedoch etwas langsam. Das liegt unter anderem darin, dass die gesamte Staffete an Sprengringen, Kugellagern, Simmerringen den Schaft entlang quasi nichtmehr existent sind. Stattdessen hat sich ein Klumpen aus Dreck, Fett, Korrosion etc. gebildet, der das Ganze trotzdem gut führt. Zwar  handle ich gerne nach dem Motto "Never change a running system" Aber in dem Fall ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis Dreckwasser im Getriebe oder sonst wo ist. Ich habe bereits das Service Kit von zu Hause mitgenommen und denke mir, dass dies recht fix gehen wir. 

Kurzfassugn Teil 1:
Um den ganzen Satz zu zerlegen, benötige ich gut 6 Stunden.
Resultat:
 Außenschale vom Kugellager sitzt bombenfest, der Schaft ist am oberen Teil deformiert, da ich vergessen hatte fürs Klopfen ein Brett daziwschen zu legen und bei der demontage des Motors ist auch noch eine Bolzen abgebrochen. 
BRAVO - man gönnt sich ja sonst nichts. 

Tough work


Lagerschale außen

Gebrochener Bolzen

Lager wieder drin

Werkstatt



Hier, irgendwo im nirgendwo wird die Reparatur schwierig, da meine Eignemittel dafür nicht ausreichen. 

Werstattbesuch Barranquilla:
Über meinen "persönlichen" Motorradfahrer bekomme ich einen Kontakt, der Leute kennt, die eine Werkstatt kennen. Ja... ihr lest richtig, so läuft das in Kolumbien. 

Also mit dem Motorrad nach Porto Colombia, dort ein Taxi, wo der Fahrer meint, ob sein Kumpel mitfahren darf, um mich sprachlich zu unterstützen (gegen Trinkgeld natürlich). Also ab mit den Teilen, sowie Charly und Antonio nach Barranquilla. Das Lager hat die Werkstatt schnell entfernt. Den Motor auch flott auseinandergenommen. Scheitern tut das ganze Projekt vorerst an den neuen Bolzen. Schnell einen Local losgeschichkt, um diese bei anderen Schlossern, Spengler, Mechanikern zu suchen, kommt er mit vielversprechenden Teilen zurück. Das Ganze für umgerechnet 4€. Ich bemerke dass es mit den Bolzen nicht möglich sein wird und will das noch irgendwie kundtun. Chary jedoch hat bereits etwas Stress und mein, dass das schon klappe und die Werkstatt macht auch mal Mittag. Also wieder retour nach Porto Colombia. Nach einem Versuch mit Charly den Motor im Park zusammenzubauen, meint er er sei Elektriker und wir können das bei ihm zu Hause machen. 
Dort angekommen stellt sich nach 15 Minuten heraus, dass dies mit den Bolzen nicht möglich sein wird. 
Weitere Zeilen erspare ich mir nun. Es sei nur gesagt, zum Lachen war mir nicht zu Mute.

Also heißts nun vorerst ohne Ankerwinde weiterzufahren. Für den nächsten Tag (6.11.24) sind halbwegs beständige Winde aus Nord angesagt, ehe wieder Flaute und anschließend Südwest aufzieht. Dieses Wetterfenster möhte ich nutzen, um nach Cartagena zu Segeln.

Mittwoch, 30. Oktober 2024

Back on Track - Abschied 2.0




 Nun sind sie also vorbei, meine 5 Wochen Heimaturlaub. Gleich vorweg muss ich sagen, dass es die absolut richtige Entscheidung gewesen ist. 
Es hat richtig gut getan, alle Freunde, Verwandte und Bekannte wiederzusehen. Ich war verblüfft, wie schnell ich mich an das Leben zu Hause gewöhnt habe, mit all dem Luxus, dem einen das Leben in Österreich bietet. Es fühlte sich irgendwie so an, als wäre ich erst letzte Woche los. Ein gutes Zeichen, wie ich meine. Besonders genossen habe ich die Zeit mit meinem Neffen und Patenkind. An ihm habe ich bemerkt, dass ich doch länger unterwegs gewesen bin, ist er doch gut herangewachsen. 
Auch das Gefühl, dass ich nach einer Woche zu  Hause schon voller Vorfreude auf die Rückkehr gewesen bin, bestätigte mir, das "Projekt" fortzusetzen. 
Ein großes Danke geht hier an alle, welche mir eine Schlafstätte zu Verfügung gestellt haben, an den Klaus von der Flugschule Skyvalley, der mir ein neues Sonnensegel schneiderte und vorallem an meinen Bruder und Christina, bei denen ich die ganze Zeit habe wohnen können. 
Dann ist er gekommen, der Tag des Abschieds. Bereits am Tag davor, hats mich emotional gepackt, speziell, wenn ich mein Taufkind und Neffen gesehen habe. Ich war mir nicht bewusst, dass der zweite Abschied ebenso schwer wird. Der wirklich große Unterschied aber war, dass ich nun in etwa wusste, was auf mich zukommt. 

Die Anreise:
Am Dienstag morgen bringt mich mein Bruder nach Wolfsberg, um dort den Intercity Bus nach Graz zu erwischen. Getreu dem Motto: "Viel habe ich eh nichtmehr und dann vergesse ich noch was!" bemerke ich, dass ich meinen Reiserucksack im Haus habe liegen lassen. Also ist der Bus mal Geschichte und vielen Dank Anni, dass du mich nach Graz cheauffierst. Dort angekommen, treffe ich auf Clemi, mit dem ich mir noch eine Dose Bier gönne, bevor es in den Flixbus geht, Ziel, Airport Wien-Schwechat. 
Nach pünktlichem Abflug um 1940 nach Madrid, muss ich dort feststellen, dass der Flug gecancelt und ich eine Nacht am Terminal verbringen muss. Na Bravo. 
Am 23.10 um 0730 geht es dann Richtung Bogota. Die Fluglinie hatte für einen Anschlussflug gesorgt, wobei die Eincheckerei viel Zeit benötigt und ich mit dem Last Call in den Flieger steige. 
Endlich in Barranquilla angekommen, checke ich noch eine SIM Karte und ein Taxi, welches mich zum Specht bringt. 

Die erste Woche:
Geschockt von den vorherrschenden Temperaturen finde ich den Specht in gutem Zustand vor. Kleinere Flächen mit Schimmel an Holzoberflächen, sonst nichts Besonderes zu vermerken. Ich treffe am gleichen Abend noch Gerry, der bereits wieder im Wasser ist und darf die Erste Nacht bei 34°C Kabinentemeperatur verbringen. Gott sei Dank, bin ich so Müde, dass ich halbwegs schlafen kann. 
Die nächsten Tage sind gepägt von Aklimatisieren und vorallem viel Warten. 
Emotional ist es ein wenig eine Achterbahnfahrt. Ich habe mich darauf aber schon vorbereitet. Mal möchte ich einfach nur zurück, mal freue ich mich auf die kommende Zeit. Ich brauch wohl noch ein bisschen, bis ich mich eingelebt habe. Da helfen neue Kontakte, wie Phillipp von der Kalea, Miguel und Clara von der La Sonambula sowie Victor und Paloma. 

Typisch südländisch ist die Arbeitshaltung hier nicht mit Europa zu vergleichen. Man komtmt erst gegen 0900, wo es bereits über 30°C hat, arbeitet 2h, geht Mittagessen, weil zu heiß, um dann, um 1600 die Arbeit niederzulegen. 

Ich muss ehrlich sein, ich hasse es gerade am Trockendock. Es ist unglaublich heiß, die Moskitos bringen einen quasi um und die sanitären Einrihtungen befinden sich gefühlt 2km entfernt von allem. Kurzum ich bin doch recht genervt. Ich versuche aber das Beste draus zu machen, gönne mir Pausen, Kaltgetränke und den Pool. Ich bin hier mitten im Nirgendwo. 
Zu allem Übel versagt nun auch noch der Travellift, welcher mich zurück ins blaue Element hieven soll. 
Krantermin Montag
Krantermin Dienstag Vormittag 
30 Minuten dann können wir loslegen.
Krantermin Mittwoch .... wers glaubt. 

Nachdem ich das Wetter checke, stelle ich fest, dass sich meine Abreise Richtung Cartaghena aufgrund eines "sportlichen" Tiefs um mindestens eine Woche verzögern wird. Also verlängere ich meine ToDo Liste der Arbeiten am Boot und möchte die Zeit halbwegs nutzen. Das geht nun aber leichter im Wasser, da dort Strom und Wasser vorhanden sind. Es stehen noch ein paar Polier- ,Holz- sowie Motorarbeiten an. Außerdem möchte ich gerne den Mittelteil meiner Frontscheibe durch ein herausnehmbares Element ersetzen, um endlich "Luft zu bekommen"

Stay tuned
Woody

Tuamotus - Part 1

"Kon Tiki -  Anchorage" - Raroia Die Tuamotus sind für mich der Traum der Südsee, flache Korallenatolle mitten im Südpazifik. Dazu...