Samstag, 30. November 2024

Cartagena Teil 1 - Independence Day



Am 6.11. um 0300 ist Tagwache. Die rund 55sm nach Cartagena möchte ich noch bei Tageslicht bewältigt haben. Um 0400 heißt es dann Leinen  los und raus in die mondlose Dunkelheit. Die ersten 2h lauft noch der Diesel, ich frühstücke und genieße den Sonnenaufgang. So stellt sich auch noch ein entspannter Wind von 10-12kt aus Nord ein und beschert mir Dank neuem Unterwasserschiff, keiner Welle und keiner Strömung gut 5kt Fahrt. Der Küstenabschnitt an sich ist nicht wirklich spektakulär, dennoch tut es gut unter Segeln entspannt dahinzuziehen. 

900sm
 
 

Como nuevo


Unter vollen Segeln

Skyline Cartagena

Anfahrt Ankerplatz

"Big City Life"

Ankerbier


Gegen frühen Nachmittag tut sich bereits die Skyline von Cartagena auf. Beim späteren passieren dieser, komme ich aus dem Stauen nicht heraus, bin ich doch bis dato noch nie in so eine Großstadt gesegelt. Kurz vor dem Ankerplatz dann das Groß geborgen und schon fällt der "Gatschhakl" und hält Bombenfest. Es stehen die Feierlichkeiten zum "Independence Day" an und deshalb ist der vordere Teile des Hafenbeckens für Ankerlieger gesperrt worden. Warum, das weiß "Noch" keiner! Also mal ein Ankerbier und die Skyline genießen. 

Tags darauf, treffe ich mich mit meiner Agentin, löhne 320k Pesos, etwa 80$ und zahle beim Club Nautico eine Gebühr von 110k Pesos und kann dafür Wasser, Duschen und das Dinghydock nutzen. Später spaziere ich noch mit Gerry kurz in die Altstadt und bin ganz hin und weg.  Zudem werden wir Zeuge der alljärhlichen Parade zum Independence Day. Es ist quasi eine Art Karneval, bei dem zum Teil auch die Geschichte des Landes etwas hervorgehoben wird. Tausende Menschen tummeln sich an den Straßenrändern, sowie auf den extra dafür errichteten Tribünen. Ein weiterer Augenschmauß sind die "Schönheitsköniginnen" aus allen Teilen des Landes, welche sich auf den Wägen präsentieren. Es wird Espuma (Schaum) gesprüht, was das Zeug hergibt, die Musik ist ohrenbetäubend und die Stimmung ausgelassen. Unverhofft bin ich also Zeuge dieses Spektakels geworden. Ein Wahnsinn. 








Im Hafen selbst treffe ich Erwin von der 10in2, der seit 10Monaten hier ist und seine neue Crew an Bord begrütßt, um wieder Richtung Kap Verden zu segeln. Die Community hier ist sehr groß und es gibt Hilfen für fast jedes Problem.


Freitag 8.11.2023 - Bootsparty XXL

Ich habe mich bereits gewundert, warum die Riesen Bühne in Richtung Wasser zeigt, als ich tags zuvor daran vorbeispaziert bin. 

Jetzt ist es mir klar. Heute sollen dort um die 300 Boote vor Anker liegend einem Lineup von Stars fröhnen. Ich fahr also mit meinem Gummiboot mal rüber und traue meinen Augen nicht. Einfach der Wahnsinn. Ich bin eine kleine Attraktion und werde von vielen Schiffen bejubelt, bekomme Getränke und jede Menge lachende Menschen zu Gesicht. Heute hat Gerry auch Geburtstag und so fröhnen wir bei einigen Bieren und Aguardiente (lokaler Anislikör) dem Konzert. Ein paar zu viel im Nachhinein, denn plötzlich stehen wir beide in meinem Dinghy. Es dauert nicht lang, da verliert Gerry sein Gleichgewicht, kippt nach vorn und wir beide liegen im Wasser. Mein Beiboot wohlgemerkt ebenso kopfüber. Nach einigen Sekunden schaffe ich es wieder umzudrehen . Gott sei Dank Habe ich sowohl Benzin- als auch Lufthahn geschlossen und er startet nach 2 Zügen wieder, gefolgt von einigem an Dampf, da doch ertwas wasser den Weg in den Vergaser fand. Nun war wes also Zeit zu gehen. 




Luftaufnahme





Doch aus dem  Meer an Booten wieder rauszufinden gestaltet sich als hardcore. Dauernd tun sich Lücken auf, wo zuerst keine waren damit sie sich kurze Zeit später wieder schließen. Eine halbe Ewigkeit später bin ich wieder zurück am Specht und späle noch meinen gesamten Motor mit Süßwasser. 


Samstag: 9.11.2023

Eigentlich möchte ich nur einen Stadtspaziergang machen da befinde ich mich bereits in den nächsten Feierlichketien am Plaza de la Trinidad. 

Am "Plaza de la Trinidad"

So nun aber genug der Feste. Mein Erster Eindruck von Cartagena ist schlichtweg positiv. Eine wunderschöne Altstadt (Centro Historio) und das Bunte quirrlige Künstlerviertel (Gestemani) Haben es mir besonders angetan. 

Eingang zur Altstadt















Was mich bereits jetz schon nervt:

1) 100e Ausflugs- und Partyboote lassen einen manchmal kaum ein Auge zu tun und verursachen elendigen Schwell.

2) Das Wasser ist extrem schmutzig und verdient das Prädikat: "Baden auf eigene Gefahr"


Wie es weitergeht folgt im nächsten Beitrag


Sonntag, 17. November 2024

Back to water!



Die Tage vergehen und ich selbst sehne mich immer mehr danach, ins Wasser zu kommen, um endlich der ernormen Hitze, den Moskitos und dem Dreck am Trockendock zu entgehen. 

Die Farce mit dem Travellift gestaltet sich zunehmend als etwas zermürbend. Dennoch nutze ich die Zeit für  kleinere Arbeiten am Specht. Bei der Probe der Navigationsinstrumente bemerke ich, dass ich eine Windrichtung, aber keine Stärke ablesen kann. Der Fehler ist schnell gefunden. Eine korrodierte Steckverbindung ist die Ursache. Gott sei Dank habe ich einen Ersatzstecker dabei und nach kurzer Zeit funktioniert alles wieder. Da muss ich beim Abdichten des Steckers etwas geschlampt haben. 


Eine weiteres langersehntes Projekt lässt sich nur unter viel "Angstschweiß" bewerkstelligen. Danke auch an den Klaus von der Flugschule Skyvalley fürs Anfertigen meiner Mittelsektion der Frontscheibe.
In Zukunft soll diese abnehmbar sein, damit ich endlich "Luft" im Cockpit bekomme. 
Es fühlt sich nicht besonders toll an mit dem Multitool die Scheibe rauszuschneiden, aber im Endeffekt klappt alles und mir taugt es total.

Die Scheibe ist drausen



31.10.2024
Seit einer Woche warte ich nun und dann ist der Moment gekommen. Woodpecker kehrt in sein Element zurück. Zudem erstrahlt der Dampfer wieder im neuen Glanz, was mir ein besonderes Lächeln ins Gesicht zaubert. Nach einer Nacht im Kranbecken, geht es tags daruf, gleich in der Früh, zum Wasserliegeplatz. 
Aufgrund der angesagten stärkeren Südwestwinde vertaue ich mein Boot mit gesamt, 7 Leinen. Wie sich später herausstellen wird tue ich gut daran 




Zurück in seinem Element



So kommt es 2 Tage später zu Winden um die 30kt in Spitzen und es baut sich eine sehr unangenehme Welle auf. 

Ich fühle mich recht sicher, schaukle ich doch immer Recht sanft in meine Leinen ein. Einige Nachbarn haben da größere Probleme. Die Steganlagen sind zum Teile recht vernachlässigt worden und drohen stellenweise zu Bruch zu gehen, sodass sich eine handvoll Skipper dazu entscheiden drausen zu ankern. Mir gegenüber reißt sich gar ein Boot los und hängt nur noch an einer Mooring. Heftige Regenfälle und der steigende Meeresspiegel führen dazu, dass das Umland stark unter Wasser steht. Naja, ein Tag zum abhaken, die gröbsten Böjen abgesessen, beschließe ich den restlichen Nachmittag in der Bar zu verbringen. 

Projekt Ankwerwinde: 
Schon seit längerem möchte ich meine Ankerwinsch servicieren. 
Die Winde selbst arbeitet ganz gut, ist jedoch etwas langsam. Das liegt unter anderem darin, dass die gesamte Staffete an Sprengringen, Kugellagern, Simmerringen den Schaft entlang quasi nichtmehr existent sind. Stattdessen hat sich ein Klumpen aus Dreck, Fett, Korrosion etc. gebildet, der das Ganze trotzdem gut führt. Zwar  handle ich gerne nach dem Motto "Never change a running system" Aber in dem Fall ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis Dreckwasser im Getriebe oder sonst wo ist. Ich habe bereits das Service Kit von zu Hause mitgenommen und denke mir, dass dies recht fix gehen wir. 

Kurzfassugn Teil 1:
Um den ganzen Satz zu zerlegen, benötige ich gut 6 Stunden.
Resultat:
 Außenschale vom Kugellager sitzt bombenfest, der Schaft ist am oberen Teil deformiert, da ich vergessen hatte fürs Klopfen ein Brett daziwschen zu legen und bei der demontage des Motors ist auch noch eine Bolzen abgebrochen. 
BRAVO - man gönnt sich ja sonst nichts. 

Tough work


Lagerschale außen

Gebrochener Bolzen

Lager wieder drin

Werkstatt



Hier, irgendwo im nirgendwo wird die Reparatur schwierig, da meine Eignemittel dafür nicht ausreichen. 

Werstattbesuch Barranquilla:
Über meinen "persönlichen" Motorradfahrer bekomme ich einen Kontakt, der Leute kennt, die eine Werkstatt kennen. Ja... ihr lest richtig, so läuft das in Kolumbien. 

Also mit dem Motorrad nach Porto Colombia, dort ein Taxi, wo der Fahrer meint, ob sein Kumpel mitfahren darf, um mich sprachlich zu unterstützen (gegen Trinkgeld natürlich). Also ab mit den Teilen, sowie Charly und Antonio nach Barranquilla. Das Lager hat die Werkstatt schnell entfernt. Den Motor auch flott auseinandergenommen. Scheitern tut das ganze Projekt vorerst an den neuen Bolzen. Schnell einen Local losgeschichkt, um diese bei anderen Schlossern, Spengler, Mechanikern zu suchen, kommt er mit vielversprechenden Teilen zurück. Das Ganze für umgerechnet 4€. Ich bemerke dass es mit den Bolzen nicht möglich sein wird und will das noch irgendwie kundtun. Chary jedoch hat bereits etwas Stress und mein, dass das schon klappe und die Werkstatt macht auch mal Mittag. Also wieder retour nach Porto Colombia. Nach einem Versuch mit Charly den Motor im Park zusammenzubauen, meint er er sei Elektriker und wir können das bei ihm zu Hause machen. 
Dort angekommen stellt sich nach 15 Minuten heraus, dass dies mit den Bolzen nicht möglich sein wird. 
Weitere Zeilen erspare ich mir nun. Es sei nur gesagt, zum Lachen war mir nicht zu Mute.

Also heißts nun vorerst ohne Ankerwinde weiterzufahren. Für den nächsten Tag (6.11.24) sind halbwegs beständige Winde aus Nord angesagt, ehe wieder Flaute und anschließend Südwest aufzieht. Dieses Wetterfenster möhte ich nutzen, um nach Cartagena zu Segeln.

Mittwoch, 30. Oktober 2024

Back on Track - Abschied 2.0




 Nun sind sie also vorbei, meine 5 Wochen Heimaturlaub. Gleich vorweg muss ich sagen, dass es die absolut richtige Entscheidung gewesen ist. 
Es hat richtig gut getan, alle Freunde, Verwandte und Bekannte wiederzusehen. Ich war verblüfft, wie schnell ich mich an das Leben zu Hause gewöhnt habe, mit all dem Luxus, dem einen das Leben in Österreich bietet. Es fühlte sich irgendwie so an, als wäre ich erst letzte Woche los. Ein gutes Zeichen, wie ich meine. Besonders genossen habe ich die Zeit mit meinem Neffen und Patenkind. An ihm habe ich bemerkt, dass ich doch länger unterwegs gewesen bin, ist er doch gut herangewachsen. 
Auch das Gefühl, dass ich nach einer Woche zu  Hause schon voller Vorfreude auf die Rückkehr gewesen bin, bestätigte mir, das "Projekt" fortzusetzen. 
Ein großes Danke geht hier an alle, welche mir eine Schlafstätte zu Verfügung gestellt haben, an den Klaus von der Flugschule Skyvalley, der mir ein neues Sonnensegel schneiderte und vorallem an meinen Bruder und Christina, bei denen ich die ganze Zeit habe wohnen können. 
Dann ist er gekommen, der Tag des Abschieds. Bereits am Tag davor, hats mich emotional gepackt, speziell, wenn ich mein Taufkind und Neffen gesehen habe. Ich war mir nicht bewusst, dass der zweite Abschied ebenso schwer wird. Der wirklich große Unterschied aber war, dass ich nun in etwa wusste, was auf mich zukommt. 

Die Anreise:
Am Dienstag morgen bringt mich mein Bruder nach Wolfsberg, um dort den Intercity Bus nach Graz zu erwischen. Getreu dem Motto: "Viel habe ich eh nichtmehr und dann vergesse ich noch was!" bemerke ich, dass ich meinen Reiserucksack im Haus habe liegen lassen. Also ist der Bus mal Geschichte und vielen Dank Anni, dass du mich nach Graz cheauffierst. Dort angekommen, treffe ich auf Clemi, mit dem ich mir noch eine Dose Bier gönne, bevor es in den Flixbus geht, Ziel, Airport Wien-Schwechat. 
Nach pünktlichem Abflug um 1940 nach Madrid, muss ich dort feststellen, dass der Flug gecancelt und ich eine Nacht am Terminal verbringen muss. Na Bravo. 
Am 23.10 um 0730 geht es dann Richtung Bogota. Die Fluglinie hatte für einen Anschlussflug gesorgt, wobei die Eincheckerei viel Zeit benötigt und ich mit dem Last Call in den Flieger steige. 
Endlich in Barranquilla angekommen, checke ich noch eine SIM Karte und ein Taxi, welches mich zum Specht bringt. 

Die erste Woche:
Geschockt von den vorherrschenden Temperaturen finde ich den Specht in gutem Zustand vor. Kleinere Flächen mit Schimmel an Holzoberflächen, sonst nichts Besonderes zu vermerken. Ich treffe am gleichen Abend noch Gerry, der bereits wieder im Wasser ist und darf die Erste Nacht bei 34°C Kabinentemeperatur verbringen. Gott sei Dank, bin ich so Müde, dass ich halbwegs schlafen kann. 
Die nächsten Tage sind gepägt von Aklimatisieren und vorallem viel Warten. 
Emotional ist es ein wenig eine Achterbahnfahrt. Ich habe mich darauf aber schon vorbereitet. Mal möchte ich einfach nur zurück, mal freue ich mich auf die kommende Zeit. Ich brauch wohl noch ein bisschen, bis ich mich eingelebt habe. Da helfen neue Kontakte, wie Phillipp von der Kalea, Miguel und Clara von der La Sonambula sowie Victor und Paloma. 

Typisch südländisch ist die Arbeitshaltung hier nicht mit Europa zu vergleichen. Man komtmt erst gegen 0900, wo es bereits über 30°C hat, arbeitet 2h, geht Mittagessen, weil zu heiß, um dann, um 1600 die Arbeit niederzulegen. 

Ich muss ehrlich sein, ich hasse es gerade am Trockendock. Es ist unglaublich heiß, die Moskitos bringen einen quasi um und die sanitären Einrihtungen befinden sich gefühlt 2km entfernt von allem. Kurzum ich bin doch recht genervt. Ich versuche aber das Beste draus zu machen, gönne mir Pausen, Kaltgetränke und den Pool. Ich bin hier mitten im Nirgendwo. 
Zu allem Übel versagt nun auch noch der Travellift, welcher mich zurück ins blaue Element hieven soll. 
Krantermin Montag
Krantermin Dienstag Vormittag 
30 Minuten dann können wir loslegen.
Krantermin Mittwoch .... wers glaubt. 

Nachdem ich das Wetter checke, stelle ich fest, dass sich meine Abreise Richtung Cartaghena aufgrund eines "sportlichen" Tiefs um mindestens eine Woche verzögern wird. Also verlängere ich meine ToDo Liste der Arbeiten am Boot und möchte die Zeit halbwegs nutzen. Das geht nun aber leichter im Wasser, da dort Strom und Wasser vorhanden sind. Es stehen noch ein paar Polier- ,Holz- sowie Motorarbeiten an. Außerdem möchte ich gerne den Mittelteil meiner Frontscheibe durch ein herausnehmbares Element ersetzen, um endlich "Luft zu bekommen"

Stay tuned
Woody

Sonntag, 15. September 2024

Ein Jahr unterwegs - Fazit!

Genau am 16.82023 habe ich die Leinen in Monfalcone gelöst. Wie schnell die Zeit doch vergangen ist. Vieles habe ich bis dato erlebt, gute und weniger gute Zeiten hinter mich gebracht, viele Herausforderungen gemeistert und unheimlich viel gesehen. 

Das große Ziel, einen Ozean auf eigenem Kiel zu überqueren habe ich erreicht. Seit der quasi "Sommerpause" in der Karibik komme ich schwer ins Grübeln wie es doch weitergehen wird und ganz ehrlich, so 100% sicher bin ich mir da noch nicht. Aber dazu später mehr. 


In den folgenden Zeilen möchte ich ein kleines Frage-Antwortspiel niederschreiben, um einen Eindruck vom vergangenen Jahr zu vermitteln. 


Bin ich mit der Wahl meines Schiffes nach wie vor zufrieden?

JA! Ich muss wirklich sagen, dass ich mein schwimmendes zu Hause wirklich lieben gelernt habe. Klar gibt es Dinge die verbesserungswürdig wären. Aber die Seegängigkeit ist meines Erachtens sehr gut, das Schiff ist robust und die größe ist für mich perfekt. Klar hätte ich hier und da gern ein schnelleres Schiff, einen Wassermacher oder einen Gefrierschrank. Aber alles in allem bin ich nach wie vor sehr zufrieden. 


Was mag ich am Schiff am meisten?

Ganz klare Nummer 1 ist die Windsteueranlage. Ich liebe einfach das Gefühl ohne Strom und ganz mit der Kraft des Windes mein Schiff auf Kurs zu halten. 

Das große Cockpit.  Auch wenn die Radsteuerung etwas platz einnimmt. ist für ein 30ft Schiff massiv Platz. 

Die Küchenzeile. Entgegen der Originalaufteilung hat der Vorbestzer die Pantry vergrößert, zum Leidwesen einer Koje, aber die gewonnene Arbeitsfläche macht das alles wett. 

 

Was stört mich?

Ganz klar die schlechte Durchlüftung. Das liegt zum einen, daran, dass ich nur eine große Dachluke im Vorschiff habe (klar noch eine um Bad, aber da ist die Türe zu 99% geschlossen) und dass meine Sprayhood mit fixer Scheibe keine Lüftung hat und sich die Luft im Cockpit derart aufheizt, dass es manchmal nicht zum Aushalten ist. 

Kein Bimini. Leider verfügt mein Boot über kein Bimini. Klar habe ich eine Plane, welche ich aber bei Verwendung des Großsegels nicht nutzen kann. 

Mein Beiboot: Gut, an sich hat es mich überall hingebracht. Die Frage ist nur wie. Ich liebe die größe und das geringe Gewicht. Aber ein Lattenboden ist nicht optimal. Da wäre ein Dingy mit V-Kiel (aufblasbar) besser. 


Was schätze ich am meisten am Bootsleben?

Die Tatsache, dass ich auf so wenig Platz eigentlich alles habe, was ich brauche. Es ist eben das Gefühl der Autarkie, welches mir irrsinnig gut gefällt. Daraus resultiert auch das Gefühl der absoluten Freiheit. 


Was nervt mich am meisten am Bootsleben? 

Die Hitze unter Deck und im Cockpit und das teilweise sehr umständliche Proviantieren. 


Was hat mich bis jetzt am meisten herausgefordert?

Ganz klar die Etappe von Gibraltar nach Lanzarote. 


Welche gegenden haben mir bis Dato am besten gefallen?

Da muss ich etwas ausholen und aus verschieden Perspektiven beurteilen. 


Lieblingsland: Kolumbien

Schönste Reviere: BVIs + Tobago Cays

Lieblingsinseln: Dominica, St. Marteen, Montserrat, Kapverden


Was blieb mir negativ in Erinnerung?

Aruba, St. Barths 

Die Zeit auf den ABC Inseln war keine leichte für mich. Nachdem viele liebgewonnen Menschen die Karibik verliesen und die Hurricane Saison anstand, bin ich ein wenig in ein "Loch" gefallen und habe vieles angezweifelt. 

Genau in solchen Momenten wünscht man sich dann eine zweite Person an Bord. 


Was ist die größte Herausforderung beim Solosegeln?

Für mich ist es ganz klar der Umgang mit der Langeweile und das Schlafmanagement. Zudem ist es emotional nicht immer einfach, niemanden zu haben, bei dem man sich mal auskotzen, aber auch seine schönen Momente teilen kann. 


Was ging am Schiff alles zu Bruch?

Ich musste einen neuen UV-Schutz an der Genua nähen lassen. Beide Unterwanten mussten getauscht werden. Mein Sonnensegel hat es zerlegt Mein Außenborder wurde gestohlen. Das waren im großen und ganzen die kostspieligen Reparaturen, welche notwendig waren. Klar kommen regelmäßige Wartungarbeiten, wie Motorservice, das Wechseln diverser Leinen, der Kauf von LEDs etc. hinzu. 

Ich habe mein Boot getreu dem Motto "Kiss - keep it stupid simple" ausgestattet. Wo nicht viel ist, kann auch nicht viel kaputt gehen. ;)


Doch nun die Frage aller Fragen: WIe geht es eigentlich weiter?????


Gleich mal vorweg, ja, ich werde noch ein weiteres Jahr unterwegs sein. Es ist vielmehr die Sache: "Whats next?"


Grundsätzlich gibt es zwei Varianten:


1) Ich segel noch ausgiebig bis in den Mai hier in der Karibik bis zu den Bahamas und setze danach Kurs Richtung Europa.


2) Ich wage den Schritt in neue Gewässer, den Pazifik.


Ad1: 

Ich mag es irrsinnig, DInge zu Ende zu bringen und es gibt auch noch in Europa genug zu entdecken. 


Ad2: 

Der Panamakanal ist irrsinig teuer. Gut 3000USD muss man für die Passage rechnen. Der Pazifik wäre eine große Challenge für mich und gerade die Südsee lockt. Dennoch ist es so was wie ein Point of no return. Klar schlummert der Traum von der Weltumsegelung.


Was lässt mich zweifeln?

Ad1: Dass ich zu Hause ankomme und mir denke: "Hätte ich doch!"


Ad2: Die finanzielle Lage und irgendwie der Gedanke, dass die Sache wohl noch 2 Jahre dauern wird, bis ich meine Kurslinie kreuze, was mir zum derzeitigen Stand doch lange erscheint. 

Aber jetzt gehts mal heim! Vom 17.9-22.10 nehme ich mir eine Auszeit um das Erlebte auch aus der ferne etwas zu reflektieren, Freunde und Familie zu sehen und mit etwas Abstand meinen Plan  für das kommende Jahr fixieren.


Derzeit steht Woodpecker 2 in Puerto Velero (nahe Barranquilla) an Land. Ein dezenter "Lost Place", dafür günstig und einen Pool gibts auch. Leider hat sich an ein paar Stellen der Antifouling Aufbau von der Sperrschicht gelöst. Gut ich könnte das behelfsmäßig kitten, aber eine profunde Lösung ist das nicht. Also runter mit dem ganzen Zeug und neu Aufbauen. 

Die letzten Tage habe ich damit verbracht, mein schwimmendes Heim innen auf den Kopf zu stellen und durch zu reinigen. Bei 35°C und enormer Luftfeuhtigkeit nicht besoners lustig, aber es gehört dazu. Habe keine Lust, dass während meiner Abwesenheit irgendwelche Kolonien, welcher Art auch immer, im Schiff gedeien. Im Anschluss folgen noch 13 Bilder aus 13 Monaten Segelleben. Per GPS wurden bis dato rund 9000sm geloggt! 

August23 - Abschied von Izola




September23 - Einsam auf Menorca

Oktober23 - Gibraltar


November23 - Vorbereitungen in Las Palmas

Dezember23 - Mindelo (Kapverden) 
- Ich
Jänner24 - Barbados - "Ich bin da!"

Februar24 - Martinique  

März24 - BVIs


April24 - St. Marteen

Mai24 - Saint Lucia 

Juni24 - Curacao

Juli24 - Aruba

August24 - Kolumbien

September24 - Zwischenstopp Puerto Velero (Kolumbien)




I frei mi auf daham! Peace Skippy

Tuamotus - Part 1

"Kon Tiki -  Anchorage" - Raroia Die Tuamotus sind für mich der Traum der Südsee, flache Korallenatolle mitten im Südpazifik. Dazu...